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Jahr der Barmherzigkeit - Heiliges Jahr 2015-2016

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Im Christentum, Judentum und im Islam ist die Barmherzigkeit eine der Haupttugenden. 





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Der Herr ist ein barmherziger und gnädiger Gott,
langmütig, reich an Huld und Treue.
Ex 34,6

Mein Sohn, deine Sünden sind dir vergeben!
Mk 2,5

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Bei der Feier des Barmherzigkeitssonntags, den Papst Johannes Paul II. als festen Bestandteil in den Kirchenkalender einführte, konnten die Menschen in der Augsburger Kirche St. Sebastian eine intensive Zeit des Glaubens verbringen. In der Stadt Augsburg wurde der Barmherzigkeitssonntag 2015 zum ersten Mal in dieser sehr besonderen und dichten Weise gefeiert. katholisch1.tv war dabei.

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An sich ist die Barmherzigkeit die größte der Tugenden. Denn es gehört zum Erbarmen, dass es sich auf die anderen ergießt und – was mehr ist – der Schwäche der anderen aufhilft; und das gerade ist Sache des Höherstehenden. Deshalb wird das Erbarmen gerade Gott als Wesensmerkmal zuerkannt; und es heißt, dass darin am meisten seine Allmacht offenbar wird.

Thomas von Aquin, Summa Theologiae II-II, q. 30, a. 4.

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Die wahre Kraft

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Zunächst erfährt der Mensch Barmherzigkeit durch Gott – eine nicht durch Leistung oder Tat verdiente liebevolle Zuwendung. Als direktes Abbild Gottes ist auch der Mensch zu dieser Großherzigkeit fähig und sogar verpflichtet. Sie ist im Neuen Testament begründet, und im Pontifikat von Papst Franziskus spielt sie eine besonders wichtige Rolle: „Die Barmherzigkeit ist die wahre Kraft, die den Menschen und die Welt von der Sünde und vom Bösen retten kann.“ 

Auch die moderne Gesellschaft kommt nicht ohne Barmherzigkeit aus. Obwohl ein „soziale Netz“ die größte Not auffängt, fallen immer wieder Menschen durch die Maschen. Doch ohne Barmherzigkeit geht das Motiv für eine menschenwürdige Sozialgesetzgebung verloren. Barmherzigkeit ist der „Quellgrund der Gerechtigkeit“, heißt es in einem Dokument des Zentralkomitees der Katholiken. Denn „Gottes Liebe und Erbarmen ist stärker als Gerechtigkeit, die auf Gegenseitigkeit baut“.

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Die sieben leiblichen Werke der Barmherzigkeit

  • Die Hungrigen speisen.
  • Den Durstigen zu trinken geben.
  • Die Nackten bekleiden.
  • Die Fremden beherbergen.
  • Die Kranken pflegen.
  • Die Gefangenen besuchen
  • Die Toten in Würde bestatten.


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Da wird dann der König sagen zu denen zu seiner Rechten: Kommt her, ihr Gesegneten meines Vaters, ererbt das Reich, das euch bereitet ist von Anbeginn der Welt! Denn ich bin hungrig gewesen, und ihr habt mir zu essen gegeben. Ich bin durstig gewesen, und ihr habt mir zu trinken gegeben. Ich bin ein Fremder gewesen, und ihr habt mich aufgenommen. Ich bin nackt gewesen, und ihr habt micht gekleidet. Ich bin krank gewesen, und ihr habt mich besucht. Ich bin im Gefängnis gewesen, und ihr seid zu mir gekommen. Dann werden ihm die Gerechten antworten und sagen: Herr, wann haben wir dich hungrig gesehen und haben dir zu essen gegeben? Oder durstig und dir zu trinken gegeben? Wann haben wir dich als Fremden gesehen und haben dich aufgenommen? Oder nackt und haben dich bekleidet? Wann haben wir dich krank oder im Gefängnis gesehen und sind zu dir gekommen? Und der König wird antworten und zu ihnen sagen: Was ihr getan habt einem von meinen geringsten Brüdern, das habt ihr mir getan.

Mt 25,34–46

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Viele Tonnen Lebensmittel werden täglich in Deutschland vernichtet, obwohl sie für den Verzehr noch geeignet wären. Gleichzeitig gibt es viele Menschen, die Mühe haben, sich ausreichend zu ernähren. Die Tafeln schaffen eine Brücke zwischen Überfluss und Mangel. Radio Augsburg hat sich die Tafel in Königsbrunn angesehen.

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Ein Gesundheitszentrum für Wohnungslose in Berlin

De la torre
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Ein Kindheitstraum war es, der sie nicht mehr los ließ. Die Patienten in ihrer Praxis haben weder Krankenschein, Rezept noch Krankenversicherung. Trotzdem bekommen sie bei Jenny De la Torre (Foto: cs) eine medizinische Versorgung. Seit mehr als 20 Jahren behandelt die Berliner Ärztin Obdachlose. Am 8. Mai wurde sie in Karlsruhe mit dem Deutschen Stifterpreis 2015 ausgezeichnet.

Jenny De la Torre, in Peru aufgewachsen, geht schon früh mit offenen Augen durch das Leben. Als Kind fällt ihr auf, dass viele Menschen keinen Arzt aufsuchen, obwohl sie krank sind. Sie fragt nach: „Wie kann das sein?“ – „Zu arm, kein Geld, um einen Doktor und Medikamente zu bezahlen“, erhält sie als Antwort.

Damit will sie sich nicht abfinden. „Das darf nicht sein“, denkt Jenny De la Torre damals, und so denkt sie bis heute: „Wenn Menschen krank sind, müssen sie zu einem Arzt gehen können.“ Sie erinnert sich noch genau daran, wie sie in der Kindheit beschließt: „Wenn ich groß bin, werde ich einmal Ärztin und die Armen werde ich kostenlos behandeln.“

Dieser Wunsch bleibt nicht ohne Folgen: Nach dem Medizinstudium, zunächst im peruanischen Ica und später mithilfe eines Stipendiums in Leipzig, macht sie an der Berliner Charité den Facharzt als Kinderchirurgin. Ihren Traum, Ärztin zu werden und dann für die Armen da zu sein, verliert Jenny De la Torre dabei niemals aus den Augen.

Beharrlich folgt sie ihrem Ziel aus Kindheitstagen. 21 Jahre ist es jetzt her, seit sie angefangen hat, Wohnungslose am Berliner Ostbahnhof zu behandeln. Die ersten vier Jahre arbeitet sie in einem kleinen Kellerraum und wird zur „Ärztin der Armen“ der Hauptstadt und „Frau Doktor der Obdachlosen“.

Ihr engagierter Einsatz bleibt nicht verborgen: 2002 gründet Jenny De la Torre eine eigene Stiftung mit dem Charity-Preisgeld der ihr verliehenen „Goldenen Henne“. Vier Jahre später eröffnet sie ein Gesundheitszentrum für Wohnungslose – mitten in Berlin, nicht weit von der Friedrichstraße.
Schwerpunkt ist die medizinische Versorgung: vom Internisten, Dermatologen bis zum Orthopäden, Augenarzt und Zahnarzt reicht das Spektrum. Rund 3500 Patienten führt die Obdachlosenärztin derzeit in ihrer Praxis-Kartei, und es werden immer mehr. Allein im vergangenen Jahr kamen 920 Neupatienten hinzu, 2009 waren es noch 250.

Die Patientenschaft ist vielschichtig: junge Menschen und ein zunehmend wachsender Anteil von Alten, hauptsächlich Männer, aber auch Frauen, aus Berlin, dem Umland, oder aus Osteuropa, mit Hochschulabschluss oder ohne, Armutsflüchtlinge, sogar ehemalige Ingenieure, Lehrer, Ärzte und Architekten gehören zu ihren Patienten.

Die typischen „Krankheiten der Straße“ sind vor allem Hautkrankheiten, erklärt Jenny De la Torre: „Parasiten, Läuse, Krätze, offene Wunden und viele Infektionskrankheiten haben mit dem Leben auf der Straße zu tun: mit dem Stress, der mangelnden Ernährung und Hygiene, den Suchtproblemen und der Gewalt.“

Das Gesundheitszentrum bietet auch eine Kleiderkammer, eine Speisenversorgung sowie juristische, soziale und psychologische Beratungsangebote. „Wir versuchen, den gesamten Menschen im Blick zu behalten“, betont Jenny De la Torre. „Nur eine Wunde zu behandeln, reicht meistens nicht.“ Die „Krankheit Obdachlosigkeit“, deren gesellschaftliche Ursachen und die damit verbundenen sozialen Probleme wird sie als Ärztin zwar nicht heilen. Das ist Jenny De la Torre bewusst. „Aber, ich gebe mein Bestes“, gibt sie sich kämpferisch.

Auch nach über zwei Jahrzehnten Tätigkeit als Obdachlosenärztin hat sie nichts von ihrer Leidenschaft und ihrer außergewöhnlichen Auffassung des hippokratischen Ärzte-Eides eingebüßt. „Jeder Einzelne, der Hilfe braucht, zählt für mich“, sagt sie, „und jeder Einzelne, dem wir helfen können, gibt mir neue Kraft und Hoffnung.“

Neun Festangestellte und 22 ehrenamtliche Mitarbeiter hat Jenny De la Torre mittlerweile an ihrer Seite. Zehn sind ausgebildete Mediziner, sogar ein ehemaliger Chefarzt ist dabei. Natürlich hat auch sie Patienten, die direkt nach „Frau Doktor De la Torre“ fragen und am liebsten nur zu ihr in die Behandlung wollen, verrät die Obdachlosenärztin. „Eine Chefarztbehandlung aber gibt es nicht“, sagt sie und muss schmunzeln.

CS, Katholische SonntagsZeitung/Neue Bildpost

De la torre
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Die sieben geistlichen Werke der Barmherzigkeit

  • Die Unwissenden lehren.
  • Den Zweiflern raten.
  • Die Trauernden trösten.
  • Die Sünder zur Umkehr ermutigen.
  • Denen, die uns beleidigen, verzeihen.
  • Die Lästigen ertragen.
  • Für alle Menschen beten.

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Eigentlich soll der Advent eine Zeit der Besinnung sein. Aber das ist bei vielen Menschen nicht möglich. Deshalb bieten einige Pfarreien im Bistum Augsburg im Advent etwas an, das wie ein Gegenpol zu Kommerz und Stress vor Weihnachten steht: die so genannten Abende der Versöhnung. katholisch1.tv berichtet.

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Diese Multimedia-Reportage wird realisiert von der Mediengruppe Sankt Ulrich Verlag GmbH, Augsburg.

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Videobeiträge von katholisch1.tv
Audiobeiträge von radioaugsburg.de
Beitrag „Die Frau Doktor der Armen“: Katholische SonntagsZeitung/Neue Bildpost

Bildnachweis: imago, katholisch1.tv



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